Methoden der Kunststoffhistologie

Etablierte Methoden der Kunststoffhistologie

In unserem Labor haben wir eine breite Palette der Bearbeitung von kunststoffeingebettetem Probenmaterial etabliert. Ob Knochen, Zähne, Knorpel, verkalkte Strukturen oder schwer schneidbare Weichgewebe: Wir bieten für alle Ansprüche eine geeignete Kunststoffeinbettung.

Die Einbettung in Kunststoff ist dann notwendig, wenn Paraffin nicht hart oder stabil genug ist, der Probe gleichmäßige gute Schneideeigenschaften zu geben. Es kommen dann verschiedene Kunststoffe in Frage, in die das Material eingebettet wird.

Methylmethacrylate / MMA's (Technovit 9100)

Methylmethacrylat (chemisch: Methacrylsäuremethylester, abgekürzt MMA) ist eine farblose Flüssigkeit mit charakteristischen Geruch die zur Herstellung von Acrylglas verwendet wird. Aufgrund seiner geringen Molekülgröße hat es sehr gute Durchtränkungseigenschaften und eignet sich daher zur Einbettung Geweben und deren anschließender histologischer Verarbeitung.

Auf dem Markt sind MMA's verschiedener Hersteller erhältlich. Für histologische Einbettungen haben sich jedoch nur die MMA's der Technovit®-Polymerisationssysteme der Firma Kulzer etablieren können. Technovit® 9100 ist ein 5-Komponenten-System welches sich zur Einbettung von weichen und harten (unentkalkten Proben) eignet und aufgrund seiner kohärenten Polymerketten sowohl sehr gute Schneide- und Sägeeigenschaften hat.

Die Einbettung erfolgt über eine alkoholische Entwässerungsreihe mit zwei Xylolstufen und einer Technovit-Xylol-Stufe, bevor dann die reine MMA-Lösung zur Gewebeinfiltration verwendet wird.

Hydroxy-Methylmethacrylate / HEMA's (Technovit 7100, Technovit 8100)
Glycolmethacrylate / GMA (Technovit 7200)

Hydroxy-Methylmethacrylat (2-Hydroxyethyl-Methacrylat (HEMA) oder Glycol-Methacrylat (GMA)) ist ein Kunststoff, der für Einbettungen von kalkfreien oder entkalkten Geweben eingesetzt werden kann. Polymerisate von weitgehend reinem HEMA / GMA werden sehr hart und spröde und sind daher nicht schneidbar; es werden somit geringe Mengen von n-Butylmethacrylat als Weichmacher hinzugegeben.

Die Polymerisation von HEMA / GMA kann mit Hilfe von Barbitursäurederivaten in Kombination mit Chloridionen und Benzoylperoxid oder durch UV-Licht angeregt werden. Das hierfür benötigte Katalysatorsystem enthält keine aromatischen Amine, was gegenüber anderen Systemen, die auf Peroxiden und aromatischen Aminen aufbauen als Vorteil, anzusehen ist.

Das Technovit® 7100 und 8100 Polymerisationssystem polymerisiert in weicher Form. Eingebettete Proben lassen sich mit gängigen Mikrotomen, die über einen Rückzug verfügen in 1-2 µm dünne Schnitte herstellen, die über Wasser auf Standard-Objekttäger aufgezogen und in verschiedenen Färbungen weiterverarbeitet werden können. Das Technovit® 7100/8100 System besteht aus weitgehend ungiftigen Komponenten. Die resultierenden Kunststoffblöcke sind transparent und durchgehend gleichmäßig ausgehärtet und verfärben sich auch bei längerer Lagerung nicht. Die Polymerisierung erfolgt unabhängig von Luftsauerstoff, bzw. wird hiervon ebenso wenig beeinflusst, wie von Luftfeuchtigkeit und beim Polymerisierungsvorgang treten keine Temperaturen über 40 °C auf.

Technovit® 7200 ist eine lichthärtende, wesentlich härter polymerisierende Variante des HEMA / GMA und eignet sich folglich zur Einbettung von sehr hartem Material, welches anschließend per Diamantbandsägen (Trenn-Schliff-Techniken) zu mikroskopischen Präparaten weiterverarbeitet werden kann.

Die Einbettung erfolgt über aufsteigende Alkoholreihen oder Wasser-GMA-Gemische, bevor dann in eine reine Technovit-Lösung überführt wird. 

Epoxiharze (Araldit, Epon, LR-White, SPURR)

Epoxiharze werden etwa seit 1956 zur Einbettung von Gewebeproben, insbesondere für die die Herstellung von Semidünnschnitten und für die Elektronenmikroskopie eingesetzt. Wie weisen eine geringe Schrumpfung und gleichmäßige Aushärtung auf und ihre Härte kann durch verschiedene Substanzen eingestellt werden.

Die Grundlage von Epoxiharzen ist ein Diepdoxid, das mit dem Anhydrit einer Dicarbonsäure als Härter unter Öffnung der Epoxidringe zu einem Polyesteralkohol umgesetzt wird (polymerisiert). Als Beschleuniger werden tertiäre Amine eingesetzt. 

Die Infiltration erfolgt über eine Alkoholreihe und Propylenoxid in mehreren Stufen, bis dann in den reinen Epoxilösungen bzw. den angezischten polymerisationsfähigen Einbettlölsungen infiltriert und schließlich eingegossen wird.

© 2008 Morphisto GmbH | Home | Inhalt | Impressum |  | Datenschutz | Seite drucken
top

Direktkontakt

Allgemeine Auskünfte
Tel. 069 / 400 3019 - 60
Fax 069 / 400 3019 - 64

Histologie-Reagenzien
Tel. 069 / 400 3019 - 63

Histologie/Immunhistochemie
Tel. 069 / 400 3019 - 65

Kontaktformular

Newsletter abonnieren

Webshop

HistoATLAS

FaceBook

MOPRHISTO bietet auch 2018 Weiterbildung für Ihr Labor!

Mit Wirkung zum 01. April 2017 übernimmt MORHISTO den exklusiven Vertrieb der...

Zusammenarbeit mit microDimensions im Magazin "The Ophthalmologist"

MORPHISTO bringt mit Biosepar neues Fixativ auf den Markt

Teilnehmen und Punkte für das Freiwillige Fortbildungszertifikat sammeln!