Evolution der Metazoa
Die Evolution vielzelliger Tiere (Metazoa) zählt zu den klassischen Problemen der Evolutionsbiologie.
Aktuell werden die Schwämme und das Placozoon Trichoplax adhaerens als älteste Vielzeller angesehen und eine mögliche Evolution dieser Formen aus Choanoflagellaten-Vorläufern diskutiert. Diese Rekonstruktionen beruhen auf Merkmalsvergleichen (morphologischen und genetischen), während biomechanische Eigenschaften der hypothetischen Urmetazoa meist nicht beachtet werden. Beispielweise handelt es sich bei hypothetischen hohlkugelförmigen Urmetazoen (Blasteen) um elementare Hülle-Füllungs-Konstruktionen (Hydrauliken), die einen evolutiven Formwandel (z.B. in eingestülpte Hohlkugeln, den hypothetischen Gastreen) schwerlich ohne ein internes Verspannungssystem erfahren haben können. Ziel der am Institut betriebenen Forschung ist die Erstellung eines detaillierten Entstehungsmodelles für die Metazoa, in dem der biomechanische Aspekt durchgehend Berücksichtigung findet und in strukturell/histologische Betrachtungen einfließt.
