Evolution der Ecdysozoa
Die „Ecdysozoa“ oder Häutungstiere sind eine Großgruppe der Protostomier ("Urmünder"), die in keiner morphologisch begründeten Theorie vorgeschlagen wurde, sondern sich erst auf Grundlage genetischer Untersuchungen ergab.
Nach der Ecdysozoa-Hypothese sind die Arthropoden (Gliederfüßer, z.B. Insekten, Spinnen und Krebstiere) nahe Verwandte von "schlauchwurmartigen" Tieren. Alle Angehörigen dieser Großgruppe zeichnen sich dadurch aus, dass sie periodisch eine stabilisierende äußere Körperhülle, die sogenannte Cuticula, abwerfen und erneuern (der namensgebende Häutungsprozeß). Morphologisch wird seit über zehn Jahren vergeblich versucht, eine stimmige Interpretation dieses höchst überraschenden Resultates vorzulegen. Am hiesigen Institut ist hierzu ein eigenständiger Vorschlag gemacht worden, demzufolge die Vorläufer der Ecdysozoa vielfach-segmentierte, ringelwurm- bzw. polychaetenartige Tiere waren. Auf Grundlage biomechanischer Überlegungen kann plausibilisiert werden, dass der entscheidende Evolutionsschritt hin zu den Ecdysozoa in der Entstehung einer verdickten Cuticula bestand (Syed 2004). Zur Zeit wird versucht, die Folgen dieses Überganges – nämlich einerseits hin zu verschiedenen Schlauchwurm-Konstruktionen, andererseits zu den Arthropoden-Konstruktionen (einschließlich Tardigraden und Onychophoren) – in einem detaillierten Modell nachzuvollziehen.
